Aventurien – Das Orkreich und der Aikar Brazoragh

Ist es nicht erstaunlich, wie still der Ork sich seit den letzten 10 Jahren verhält? Keine expansiven Unternehmungen, um alte orkische Siedlungsgebiete wie die Finstermark (= Mark Greifenfurt), Weiden (Blautann), Albernia (Gundelwald) oder die Brinasker Marschen zu erobern, obwohl insbesondere das Mittelreich nach dem Jahr des Feuers die Möglichkeit dazu bot. Was für eine Gelegenheit, die sich da der Aikar entgehen ließ… so erhielten die zwei „orkischen Kabalen“ keinerlei Unterstützung durch das orkische Oberhaupt. Erst opfert man Selindian Hal (ohne den ernsthaften Versuch zu unternehmen, ihn zum eigenen Gunsten einzusetzen, zum Beispiel als „Mirhamionetten-Kaiser“), dann lässt man die Verschwörung in der Greifenmark um Tilldan von Nebelstein aufliegen und in der Schlacht am Stein ohne Unterstützung zugrunde gehen. Alles passiert, ohne dass Khezzara irgendeinen Vorteil aus all diesen Vorgängen verbuchen konnte. Wann kommt jemals wieder ein besserer Augenblick zum Angriff? Aber halt, das Problem ist ja, dass die Orks gar nicht zuschlagen durften.

Mit Blindheit geschlagen – der orkische Trugschluss

Die aus „Reich des Roten Mondes“ stammende Idee, dass die Orks deshalb nicht das Mittelreich angreifen, weil sie denken, dass durch die ständigen Kriege, das Reich gar nicht schwach sein kann, widerspricht allen bisherigen Setzungen zu den Orks. Wann fanden denn die ersten zwei Orkenstürme statt? Nach Katastrophen wie den Dunklen Zeiten nach der Ersten Dämonenschlacht oder in den Wirren der Magierkriege haben Orks immer die Gelegenheit genutzt, über den menschlichen Gegner herzufallen, zuletzt bekanntlich auch im Dritten und Vierten Orkensturm (also während der Answinkrise bzw. nach der Invasion der Verdammten). Überhaupt finde ich die Begründung ziemlich schwach.

Orkische Plots auf Eis

Was ist mit den ganzen angestoßenen Plots?

  • Sadrak Whassoi erweckt mit seinem Blut uralte Minotauren, die Feentore aufspüren können und den Helden entkommen. Was haben wir damals vor dem JdF (und letztlich bis zum Abenteuer „Der Mondenkaiser“) über den möglichen Plot spekuliert… dass z. B. der Aikar ein Orkheer durch die Feenwelten ins Mittelreich führen würde, um Selindian Hal oder Tilldan von Nebelstein zu unterstützen bzw. weitere Artefakte zu sammeln.
  • Im Vierten Orkensturm gelangt der Aikar Brazoragh an mehrere mächtige Artefakte, wie Satinavs Augen, Brazoraghs Axt, Largresh und Xarvlesh. Irgendwie scheint die Sammelleidenschaft 1027 BF und in den Folgejahren abrupt geendet zu haben. Genug Artefakte wie Brazoraghs Helm, die Hörnerkrone des Braziraku, Tairachs Knochenrüstung, Graveshs Hammer, Graveshs Schild oder Graveshs Kette gibt es ja noch.
  • Was ist mit der Suche nach der Primärliturgie des Brazoragh? Gibt es irgendwelche Fortschritte? Werden sich das kommende Zeitalter Orks und Menschen gleichermaßen teilen?
  • Was ist mit den Zwists innerhalb des Orkreiches? Mardugh Orkhan macht ja sein eigenes Ding, unterstützte Answin von Rabenmund bei der Befreiung der Stadt Greifenfurt und ging dabei gegen andere Orks (unter Führung von Ugrashak) vor. Was ist mit den Thasch-Orks nach dem „Winter des Aufstandes“? Eine stärkere Diversifikation der Orks wäre wünschenswert und könnte vielleicht zeitlich begrenzte Bündnisse zwischen Orks und Mensch möglich machen und damit einen Ork-Helden deutlich besser in einer klassischen Heldengruppe integrieren.

Feste Grenzen und Mautstationen zum Orkreich

Ein absolutes Unding sind in meinen Augen die festen Grenzen zwischen dem Mittelreich und Orkreich. Bis auf das Dorf genau kann man mit einem Lineal die „Frontlinie“ nachzeichnen. Viel realistischer und spannender wäre es doch, wenn es eine dynamische Grenze gibt, die sich von Tag zu Tag ändern kann.

Orks können sich aktuell auf keine Plünderzüge begeben, weil es kein Land gibt oder geben darf, das sie ausplündern könnten. Von einer orkischen Bedrohung ist deswegen kaum etwas zu spüren.

Schön wäre es auch, wenn man einen orkischen Helden spielbarer machen würden. Welche Abenteuer lassen sich schon aktuell mit einem Schwarzpelz spielen?

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4 Kommentare zu “Aventurien – Das Orkreich und der Aikar Brazoragh

  1. Seufz. Grundsätzlich finde ich es auch schade, dass anscheinend die Redaktion niemanden zur Hand hat, der den Aikar-Plot weiter vorantreiben kann. Aber da muss man sich auch überlegen, in welche Richtung es gehen soll. Der nächste Orkensturm wird wahrscheinlich keinen Spieler vom Hocker reißen. Zudem ließe sich aventurisch nur schwer erklären, warum das so lange gedauert hat. Nein, ich denke, der Plot muss auf neue Füße gestellt werden. Brazoraghs Pläne gehen anscheinend über einen simplen Orkensturm hinaus. Vielleicht ringt er auch gerade mit einem anderen Gott, ich denke da z.B. an die Quanionsqueste.

    Das Selindian und Tilldan nicht unterstützt wurden, kann man hinnehmen. Da hat es in der irdischen Geschichte genug Beispiele gegeben, wo jemand hängen gelassen wurde.
    Und die festen Grenzen: aventurisch wird das Mittelreich sicher auf bestimmten Grenzen beharren, selbst wenn die Grenze im Alltag schwankt. Das kann man in seiner Spielrunde halten, wie man will.

  2. Hm. – Das Orkreich expandiert gewaltsam über Feentore und den Limbus in andere Globulen; Bereitet vlt. sogar eine große Invasionsarmee nach Tharun vor. Und das alles, weil es Anzeichen dafür gibt, dass eine Reihe wichtiger Artefakte aus dieser Sphäre entrückt wurden.
    Die Primärliturgie soll schließlich über eine Zeitreise zurück geholt werden, was aber erfordert, dass die internen Konflikte zumindest zeitweise im Zaum gehalten werden können, während sich ausgewählte Helden des orkischen Reiches auf ihre Queste vorbereiten…

    …da könnt man echt langsam was nettes draus machen 🙂

  3. Die Orks glauben an die „Drei Welten“. Sie stammen aus eine wilden, gefährlichen Hölle (dem Riesland?), leben nun in Aventurien und werden einst in eine Welt vorstoßen, die „von Glatthäutern und fremden Göttern“ behescht wird.

    Ich würde mit wünschen, dass die Orks eine Eroberung von Tharun planen. Dort ist doch auch Brazoragh schon aktiv. Vielleicht könnten die Schwarzpelze also von da die Primärliturgie erringen.

    Ob das verlagsübergreifend aber möglich ist, halten ich für fraglich.

  4. Die kritischen Überlegungen gefallen mir sehr gut, gerade weil unsere Spielrunden wenig Probleme damit haben die aventurischen Konstrukte aufzubrechen und zu ändern.

    Zur Zeit spielen wir die vorgelagerte Drachenchronik um 1026 BF, aus früheren Geschichten haben die Helden eine Verbindung zur Feenwelt und sind in Weiden heimisch. Der Orkensturm ist damit sehr aktuell und die hier aufgebohrten Verbindungen zum Äther gefallen mir sehr!

    Solche Ansätze für Lösungen wünsche ich mir auch von Waldemar, vielleicht gibt es ja die Chance auf Verbesserungsvorschläge für die nächsten Einträge?

    Beste Grüße
    Gilion

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