Helme Haffax – Der Schattenmarschall – Teil 2

Notwendige Vorübergegangen 

Diese Überlegungen müssen bei einer Fortführung des Plots um Helme Haffax berücksichtigt werden. Es folgt daran anschließend ein Vorschlag, wie so etwas „abenteuertechnisch“ aussehen könnte.

  • Haffax hat mit dem Mittelreich noch Rechnungen offen (und nicht mit dem Bornland, Aranien oder dem Horasreich), weswegen prinzipiell dieses Ziel anzunehmen ist.
  • Ein Feldherrengenius, der sich und seine Armee in einer Selbstmordaktion auslöschen will, hat überhaupt nichts von einem Genie. Alexander der Große, Julius Caesar oder Karl V. hatten sicher megalomanische Pläne, aber selbstmörderisch in einem großen Knall abtreten wollte keiner.
  • Ein Militärgenie wie Haffax sollte wissen, dass er mit einem simplen Plünderungszug seinem Heer auf kurz oder lang ebenfalls die Versorgungsgrundlage raubt. Plünderungen machen nur dann Sinn, wenn man schnell einen Landstrich oder eine Stadt ausbeutet und dann wie die Thorwaler mit ihrer Beute per Schiff in die Heimat abdampft. Wie will er seine gefallenen Soldaten ersetzen? Was macht er im Winter? Wie kann er auf diese Weise dauerhaft seine Truppe zusammenhalten?
  • Überhaupt ist zu überlegen, ob Haffax dauerhaft ein Land besetzen bzw. seinen Herrschaftsbereich ausdehnen will (auch als Basis für neue Kriege und Eroberungen), oder ob er nur stumpfsinnig plündernd und marodierend ohne echtes Ziel durch die Lande zieht. Das ist eines Haffax nicht würdig! Er sollte an langfristigen Erfolgen interessiert sein.
  • Niemand fragt sich ernstlich, ob Haffax etwas anderes plant, als mit wehenden Fahnen unterzugehen, oder ob er etwas von Dauer plant, wie die Gründung einer eigenen Dynastie oder langlebige Eroberungen.
  • Es wurde vorgeschlagen, dass er eine Stadt wie Gareth oder Elenvina erobert, aber was will er mit einer einzelnen Stadt tief im Feindesland? Das ist absolut aussichtslos, da würde Haffax regelrecht in der Falle sitzen.
  • Wenn er aber keine – vorzugsweise grenznahe – Stadt erobert, was will er dann? Für gewöhnlich wird ein Krieg letztlich um Land geführt (also um Menschen, Städte, Ressourcen, Gold, magische Stätten, etc.). Und er kann nicht das Land kontrollieren, wenn er nicht Stützpunkte in Form von Städten besitzt. Auch als Rekrutierungsstätten, um seine sicher kleiner werdende Armee mit neuen, zwangsrekrutierten Soldaten aufzufrischen, eignen sich in erster Linie größere Menschenansammlungen (= Städte).

Wünsche an das Abenteuer (Splitterdämmerung Belhalhar)

Eine Schlacht fünf Jahre im Voraus anzukündigen, kündet nicht von einem militärischen Genius (AB 138 Seiten A6-7). Haffax Chancen würden sich deutlich verbessern, wenn er ein Überraschungsmoment ausnutzt. Ich möchte einen überraschenden Plot. Mein Traum wäre ein Sieg von Haffax auf dem Schlachtfeld und der Etablierung des Fürstprotektorats als ein dunkelgraues, eigenständiges, militärisch vitales Reich im Osten.

Haffax spielt insofern auf Zeit, als dass er scheinbar Rohaja die Initiative überlässt und das Ultimatum ablaufen lässt. Er könnte Rohaja tief in die Schattenlande eindringen lassen und alle Felder, Gehöfte, Dörfer und Infrastruktur in Flammen aufgehen lassen, während Kommandoeinheiten die mittelreichischen Nachschubwege sabotieren. Ähnliches führte ja zum Untergang der Grand Armée Napoleons in den Tiefen des Zarenreiches.

Haffax besiegt mit geschickten Garadanzügen (Umgehen des Gegners, Nachtmärsche, Flankenangriffe, taktische Rückzüge, Finten, Sabotage der Versorgungslinien, etc.) das Aufgebot Rohajas. Er nutzt den Raum, umschließt mit ausholenden Heeresbewegungen und taktischem Geschick die gesamte Armee, vernichtet diese restlos und hält sich nicht mit langwierigen Belagerungen auf. Vielleicht unterstützt die Flotte seine Unternehmungen in der Markgrafschaft Perricum.

Gleichzeitig proben seine Verbündeten im Reich (Näheres hierzu folgt im Teil 3) den Aufstand und sorgen für Verwirrung. Man denke an die „Fünfte Kolonne“ des Spanischen Bürgerkrieges.

Der Fürstkomtur kann letztlich durch Helden soweit aufgehalten werden, dass er nicht ins Herz des Reiches vordringt, dennoch aber einen Landgewinn (im ehemaligen Darpatien oder in der Mgf. Perricum) verbuchen kann. Rohaja und Haffax schließen ein Friedensabkommen oder einen Waffenstillstand, da beide Heere ausgeblutet sind. Haffax bricht mit dem Erzdämon und schmeißt die Paktierer aus seinen Reihen, was zur Folge hat, dass ein ständiger Konflikt mit dem Mittelreich obsolet wird und man sich in den nächsten Jahren mit ihm arrangieren kann und muss.

Mit einem lebensfähigen und dauerhaften Reich (vielleicht ist die Fürstkomturei das einzige Heptarchenland, aus dem so etwas werden kann!) würde Haffax aber sicher auch nach seinem Ableben als „Reichsgründer“ in die Geschichte eingehen. Und je größer und mächtiger dieses Reich oder seine Dynastie ist, desto bedeutsamer seine Lebensleistung.

Aber was macht mein Held?

Im oben skizzierten Abenteuerablauf sollten natürlich die Helden nicht direkt auf Haffax treffen. Denn daraus würden entweder Handlungsprobleme oder SC-Gängelei resultieren. Ich erkenne aber nicht, warum man das Abenteuer unter dieser Prämisse nicht auch für Helden abenteuertauglich aufbereiten könnte, ohne dass sie die Gelegenheit bekommen, Haffax zu töten. Im Krieg gibt es noch einen Haufen anderer Tätigkeiten, die auf das Ergebnis großen Einfluss haben können:

  • Sabotage hinter den feindlichen Linien
  • Infiltration
  • Spionage (Erlangung wichtiger Pläne und Dokumente)
  • Retten von Zivilisten vor den anrückenden Horden
  • Attentate auf wichtige Heerführer des Gegners
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4 Kommentare zu “Helme Haffax – Der Schattenmarschall – Teil 2

  1. Ich fände es ja großartig und neu, wenn Haffax eine Gelegenheit zur Reue bekommt: Im Stile von Darth Vader erkennt er im grausamen Gefecht, dass sein Weg ein Irrweg war. Die Helden können nun (wie auch immer) durch Rondras Beistand um Haffax‘ Seele kämpfen, und zwar auf verschiedenen Ebenen (Gewandter Diebstahl, Ehrenhafter Zweikampf, Magisches Duell usw.). Haffax könnte – so er nicht stirbt und sein Seelenschatz durch die Helden gerettet wird – eine neue Aufgabe bekommen: Geläutert kehrt er nach Maraskan zurück, um den Kampf gegen die Skrechu zu ünterstützen, er verstärkt Cuanu Ui Bennains einsame Wacht oder ähnliches. Das gefiele mir wesentlich besser als eine erneute Konfrontation mit einem Heptarchen. So könnte der „alte Recke“ vielleicht als Warner vor dämonischen Versuchungen, als weiser Ratgeber im Kampf gegen militärische Bedrohungen oder als asketisch lebender, strategischer Ratgeber sein Leben beenden…

  2. Pingback: Aus dem Limbus: Haffax, Dreieich, Rezensionen [Update] | Nandurion

  3. Finde deine Ideen und Ausführungen ja interessant, bin selber aber eher dafür, dass das Mittelreich endlich mal richtig rockt. Endlich mal ein Plot nachdem Gareth besser darsteht als zuvor, das wäre mein Ding.

  4. Zitat: …. Eine Schlacht fünf Jahre im Voraus anzukündigen, kündet nicht von einem militärischen Genius (AB 138 Seiten A6-7). Haffax Chancen würden sich deutlich verbessern, wenn er ein Überraschungsmoment ausnutzt. ….

    Ich denke nicht, daß dieses Ultimatum unbedingt von fehlendem miliärischem Geschick spricht. Der entscheidende Punkt fehlt Haffax ja, für einen Überraschungsangriff bräuchte er genaueste Einzelheiten über die Stärke, Strukturen und Abwehrpläne der feindlichen Verbände. Haffax ist zwar mal Reichsmarschall gewesen, das aber ist lange her, seitdem ist viel passiert im Reich. Haffax war auf Maraskan weit weg von allem Geschehen. Kaum noch etwas dürfte seinem Kenntnisstand entsprechen.
    Um jetzt langwierige und möglicherweise auffällige Spionage zu vermeiden, hat er mit dem Ultimatum das Kaiserreich in Aufregung versetzt. Es in Zugzwang gebracht, sich gegen das Haffaxens Angriff zu wappnen. Jetzt braucht er keine schwierig einzuschleusenden Spione mehr, die ihm Informationen aus den Stäben und vom Königshof liefern. Jeder reisende Händler oder jeder bezahlte Schenkenwirt in einer Garnisonsstadt kann nun von den hastigen kaum zu verbergenden Veränderungen (Truppenverstärkungen/-verlegungen, Festungsausbauten, Aufrüstungen etc.) berichten.
    Natürlich stärkt sich das Reich dadurch in gewisser Form, aber jede noch so gute Verteidigung hat Lücken. Und mit jedem neuen Bericht über seinen Feind, ist Haffax eher in der Lage, einen erfolgreichen und überraschenden Angriff zu planen.
    So sehe ich das.

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