Helme Haffax – Der Schattenmarschall – Teil 1

Vor einiger Zeit wurde ein offizielles Abenteuer angekündigt, das sich im Zuge des „Splitterdämmerungs-Zyklus“ mit Helme Haffax und dem Belhalhar-Splitter der Dämonenkrone auseinandersetzen wird. Dies sind meine Überlegungen zu dieser Thematik. Teil 2 und 3 liegen bereits vor und folgen in den nächsten Tagen.

Helme Haffax: Die Vergangenheit bis 1021 BF

Vor der Neubelehnung mit Wehrheim gab es eine gute Beziehung zwischen dem „Bürgerlichen“ Haffax und Answin bzw. den Rabenmunds. So ist Haffax einer der wenigen, die nach dem Anschlag auf Brin, sich mit Answin sehen lassen. Außerdem verbrachte Haffax seine Knappenzeit am Hofe von Helmbrecht von Rabenmund (dem Großvater Answins).

Nach dem (angeblichen) Attentat Answins auf Brin, verlor dieser die Grafschaft Wehrheim. Neuer Graf wurde Helme Haffax. Answin hat daraufhin, noch vor der Ankunft Haffax, die jährlichen Steuereinnahmen für Gareth wieder an die Bevölkerung verschenkt (zum Ärgernis von Helme Haffax). Nach dem Answinistenaufstand im Mittelreich scheint Haffax darauf spekuliert zu haben, mit Darpatien belehnt zu werden.

Die häufig gehörte Behauptung, Haffax sei „undankbar“ gewesen, schließlich sei er von Brin von Gareth zum Fürsten Maraskans ernannt worden, ist schlicht falsch. Haffax wollte Reichserzmarschall bleiben, vielleicht erhoffte er sich tatsächlich die Belehnung mit Darpatien, auf jeden Fall wollte er nicht auf die Giftinsel. Ich meine, dass auch aus den Textstellen aus den Galotta- und Anwin-Romanen deutlich wird, wie sehr er die Insel hasst.

Haffax läuft 1019 BF zu Borbarad über und schließt einen Pakt mit Asfaloth. Man hätte natürlich auch ohne diesen Seelenpakt, sein damaliges Bündnis mit Borbarad erklären können. War ja auch nicht so, dass alle Heerführer Borbarads gezwungen waren, einen Pakt einzugehen (siehe Lutisana von Perricum oder Gero von Hartheide). Und wenn so gewollt, hätte gerade Borbarad noch ganz andere Möglichkeiten der Verjüngung gehabt.

Helme Haffax: Die Vergangenheit 1021-1035 BF

Seit Haffax nach Borbarads Entrückung und der Dritten Dämonenschlacht zum Heptarchen wurde, hat er nur noch Kriege gegen andere Heptarchen geführt – ganz im Unterschied zu den Angriffen Galottas, Rhazzazors oder Dimionas auf das Mittelreich bzw. Aranien. Er hat maßgeblich den Fall der beiden Heptarchen, Dimiona und Xeraan, herbeigeführt. Reiner Zufall oder steckt doch mehr dahinter?

Oron stand 1028 BF unter der Herrschaft Dimionas und bildete eine Heptarchie. Sein Plünderungszug hat Oron massiv getroffen (wenn man von der Schlacht von Barbrück gegen Aranien absieht). Elburum war das Herzstück Orons, nicht ganz unbedeutend, wenn Haffax diese Stadt erobert, plündert und brandschatzt. In Folge der Eroberung kamen dort neben zahlreichen weiteren oronischen Würdenträgern auch die Statthalterin Dimionas, Merisa von Elburum, ums Leben. Auch raubt Haffax den Oroniern Pferde, die er später für seinen Feldzug in Xeraanien einsetzt. Somit hat Haffax entscheidend zum Sieg Araniens beigetragen. Vielleicht wäre sogar Aranien komplett gefallen… wenn man die ersten Boten über den Feldzug der Oronier liest, drängt sich der Eindruck auf, dass die Aranier sehr überrascht wurden (siehe Aventurischer Bote 113 und 114).

Ohne Haffax Angriff auf die Piratenküste wären die Helden gar nicht in der Lage gewesen, Xeraan anzugreifen und zu besiegen. Deswegen spielt ja „Der Unersättliche“ nach dem bereits erfolgten Angriff Haffax auf Xeraanien. Man beachte beispielsweise die Plots in Mendena (wo Xeraan wegen des Krieges nicht in seinem Goldenen Haus residiert) oder den Kampf gegen die Schwarzen Amazonen. Diese Handlungen konnten nur aufgrund des damaligen Krieges stattfinden. Auch die Schwäche Xeraans resultiert aus der Auseinandersetzung mit der Fürstkomturei, weshalb sich der Bucklige schließlich nach Ilsur begibt, um in den Heiligen Quellen neue Kräfte zu tanken.

Ich kann mich an kein einziges Unternehmen Haffax gegen das Shikanydad erinnern. Im Prinzip hat Weißmaraskan immer wieder die Fürstkomturei angegriffen und Stück für Stück expandiert, so dass nur noch der Norden der Insel unter Kontrolle von Haffax steht. Ebenso fand keine Militärkampagne gegen Weißtobrien oder die Markgrafschaft Perricum statt.

Elburische Tafeln – ein vergessener Plot?

Haffax wollte außerdem gegen die Schrecken des Inneren Maraskans vorgehen, weswegen er ja Jasina Melenaar aus Oron entführt hatte. Erinnert sich noch jemand an den Plot mit der Eroberung Jandraskans 1028 BF und der Verschleppung der Hesinde-Geweihten Jasina Melenaar aus Elburum? Meiner Meinung nach wurde dieser Plot nie wirklich weitergeführt. Haffax hat die Elburischen Tafeln damals an sich bringen können, auf denen bekanntlich mächtige Bannsprüche verzeichnet sind. Haffax, der ja auch das Innere Maraskans kennt und sicherlich zumindest Gerüchte und Legenden über die Skrechu gehört hat, wollte offensichtlich einen Bann um das verdorbene Herz der Insel ziehen und die Fürstkomturei schützen. Eine Begrenzung ihres Einflussgebietes käme einem Machtverlust der Skrechu gleich, so dass er sich damit sicherlich einen mächtigen Gegner gemacht hätte.

Zur Zeit schützt er nur die Enduriummine mit diesen Bannsprüchen, aber sein Ziel dürfte wahrscheinlich die dauerhafte Bannung der Schrecken gewesen sein.

Befürchtungen an das Abenteuer (Splitterdämmerung Belhalhar)

Leider würde ich nicht mit einer allzu großen Überraschung rechnen.

Naheliegend Angriffsziele des Fürstkomturs sind:

  • Bornland
  • Rommilyser Mark / Rabenmark
  • Markgraftschaft Perricum

All diese Optionen sind aus meiner Sicht wenig überraschend. *gähn* Ich würde das jedenfalls als ziemlich enttäuschend empfinden. Immerhin wurde allerdings verlautbart, Haffax würde an einer unerwarteten Front zuschlagen.

Der Plot wird wohl so aussehen:

  • Haffax greift an (mit ungewöhnlichen Mitteln, einer außergewöhnlichen Strategie, mit unerwarteten Verbündeten).
  • Haffax erzielt erste Erfolge.
  • Dann kommen die Helden ins Spiel.
  • Der Vorstoß von Haffax scheitert am Einsatz der Helden und/oder NSCs.
  • Eroberungen werden zurückgewonnen.
  • Haffax stirbt.
  • Das Mittelreich ist wieder einmal der strahlende Sieger und besitzt somit keine äußeren Feinde mehr.
  • Der Belhalhar-Splitter wird sicher verwahrt oder zerstört. Der Plot um die sieben Splitter endet.
  • Die Fürstkomturei verschwindet entweder völlig oder versinkt in Nachfolgekämpfen.
  • Die Schattenlanden hören mit Haffax Niederlage mit etwas Zeitverzögerung endgültig auf.
  • Das Mittelreich säubert peu a peu die ehemaligen Schattenlande.
  • Rohaja stärkt ihr Profil als „Heldenkaiserin“ (ein Weg der noch in „Rückkehr des Kaisers“ oder „Herz des Reiches“ undenkbar schien).

Die einzigen Fragen scheinen ja wohl nur noch folgende zu sein:

  • Stirbt Haffax durch Heldenhand oder nicht
  • Kann Haffax zuvor noch seinen Seelenpakt lösen

Was wäre daran aufregend oder überraschend, wenn Haffax in den nächsten Jahren (durch Heldenhand) stirbt? Das ist doch das, was jeder erwartet. Obwohl bereits Galotta, Rhazzazor und Xeraan durch Helden getötet wurden, wiederholen wir es ein viertes Mal, weil es so dermaßen originell ist? Ich würde mir eher wünschen, dass man in der Redaktion etwas kreativer ist.

Alles in allem wäre dieses Endergebnis absolut vorhersehrbar. Das ist leider vom Spannungslevel nicht sonderlich hoch (verglichen mit 7G oder JdF, wo die Helden oder das Mittelreich auch wirklich scheitern konnten).

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3 Kommentare zu “Helme Haffax – Der Schattenmarschall – Teil 1

  1. Die Frage „Reiner Zufall oder steckt doch mehr dahinter?“ zum Thema Haffax greift nur Heptarchien an, hast Du ja schon selber beantwortet: Helme hat kein Interesse an Maraskan, weil die Insel ihm nichts zu bieten hat. Da bleibt schließlich nur noch das Übersetzen auf das Festland und die Eroberung eines größeren Landstriches dort. Auch wenn er einer der Heptarchen ist, er hat für die anderen nichts übrig.

  2. Zuersteinmal mag ich den Titel „Schattenmarschall“ für Haffax.
    Auch die Frage warum Haffax nicht anders verjüngt wurde, als durch einen Dämonen-Pakt finde ich spannend. Ich tippe, dass Borbarad das von dir entworfene Szenario verhindern wollte, indem er Haffax zu einem Pakt überredet und damit von den „Rechtgläubigen“ scheidet.
    Ansonsten finde ich die Glorifizierung eines Kriegsverbrechers nicht.
    Fakt ist, dass Haffax im Borbarad-Krieg und der Dritten Dämonenschlacht gegen das Mittelreich gekämpf hat und für den Tod von Tausenden verantwortlich ist.
    Fakt ist, dass er auf Maraskan eine Militärdiktatur etabliert hat, unter der die Bewohner genötigt, miusshandelt und getötet wurde.
    Fakt ist, dass Haffax die Bluttempler intrumentalisiert hat, um Maraskan mit Terror und Gewalt zu unterjochen.
    Fakt ist, dass die Rechte Hand von Haffax, Iradon Kolenfeld, sich mit Duldung von Haffax den Titel als „Blutrichter von Elburum“ durch Masshinrichtungen verdient hat, bei denen sich nicht nur böse Oroner getötet wurden.
    Diese Verbrechen wegzuwischen mit einem „Wo-ehobelt-wird-fallen-halt-Späne“ Argument, finde ich nicht angemessen.

    Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

  3. Pingback: Aus dem Limbus: Haffax, Dreieich, Rezensionen [Update] | Nandurion

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